Was ist PEP®?

PEP - Emotionale Selbstregulation - Verbesserung von Selbstakzeptanz / Selbstwert  -  Achtsamkeit

PEP steht für prozess- und embodiementfokussierte Psychologie und beschreibt eine Methode, die von Dr. Michael Bohne als eine Weiterentwicklung von bereits bekannten Klopftechniken zur Emotionsregulation entwickelt wurde.

 

Hätte ich die Wirksamkeit nicht selbst vor ein paar Jahre in einer Weiterbildung am eigenen Leib erlebt, würde ich PEP und ähnliche Techniken wahrscheinlich heute noch für Unfug halten. Im Internet finden sich mehrere Videos mit Vorträge von Dr. Michael Bohne, durch die man etwas über den aktuellen Stand der Theorie erfahren kann es gibt auch einige Videos mit Demonstrationen und Praxisbeispielen. Und ich muss gestehen, dass ich es immer noch verstehen kann, wenn Leute es komisch finden Akkupunkturpunkte zu klopfen oder Selbstakzeptanzaffirmationen aussprechen und dabei einen Punkt zu reiben. Die Wirksamkeit ist allerdings beeindruckend.


Seit mehr als zwei Jahren nutze ich PEP im Bereich Training (Stress- / Konfliktbewältigung) und Coaching. PEP ist zum einen eine hilfreiche Methode zur Selbstregulation von Gefühlen, wie z.B. starke Anspannung, Angst, Wut, Ärger, also typische Gefühle, die Menschen haben, wenn Sie unter Stress stehen. Der zweite Fokus ist die Verbesserung von Beziehungen und insbesondere der Selbstbeziehung.

 


Was den Selbstwert und die Selbstakzeptanz gefährdet.


Immer, wenn engagierte Menschen mit großem Einsatz Ziele verfolgen und diese Ziele nicht erreichen, weckt dies früher oder später unangenehme Gefühle (Ärger, Zorn, Frustration). Das Scheitern an einem Ziel stellt stellt fast immer eine Gefährdung für den Selbstwert dar.


Den Begriff des „Ziels“ fasse ich hier bewusst sehr weit. Das kann ein Ziel sein, das man mit Vorgesetzten vereinbart hat, es kann aber auch ein ganz persönliches Ziel sein, z.B. gesund zu sein oder mit einem anderen Menschen lebendig verbunden zu sein, oder andere glücklich machen zu wollen, oder selbst glücklich zu sein, oder das Ziel angstfrei zu fliegen.


An Zielen zu scheitern ist für keinen Menschen angenehm. Wir ärgern uns, versuchen es zu vergessen, nagen gedanklich immer wieder an "dem Problem" herum, möchten es los sein, aber es bleibt irgendwie an uns kleben, wie Sch...e am Schuh.

Ärger, Wut, Zorn, sich klein und inkompetent fühlen, Hilflosigkeit bis hin zur Resignation sind die Gefühle, die das Scheitern begleiten. Psychologisch nennt man dieses "an einem Problem kleben bleiben" Fixierung. Die Fixierung auf das Hinderniss, die Barriere, die die Zielerreichung verhindert und das Gedankenkreisen um „das Problem“ sind die Auswirkungen auf der gedanklichen Ebene. An einer Barriere zu scheitern, ein Ziel nicht zu erreichen ist immer eine Bedrohung des Selbstwertes. Die Selbstabwertung ist bei manchen Menschen ein (gut gelernter und eingeübter) Reflex. „Wieso bin ich so blöd“ „Immer mach ich es falsch“ „Wieso hab ich nicht aufgepasst?“ „Immer passiert mir so was“ … Die Selbstabwertung ist ein Versuch, das Scheitern an der Barriere mit einem Defizit der eigenen Person zu erklären. Ein weiterer Versuch, sich das Scheitern zu erklären, ist die Anklage von Anderen. „Die sind schuld, dass ich es nicht schaffe“. Die Anklage von anderen hat gegenüber der Selbstanklage den Vorteil, dass der eigene Selbstwert vorläufig unbeschadet bleibt. Ein Nebeneffekt ist aber, dass man sich, oft unbemerkt in eine Opferrolle begibt, da mit der Anklage häufig auch die (manchmal sehr berechtiget) Erwartung verbunden ist, die Anderen müssten etwas tun, um das Problem zu lösen. Beide Lösungsversuche, die Selbstanklage und die Anklage von anderen, sorgen zwar für kurzfristige Entspannung, bringen die Person aber leider nicht ihrem Ziel näher.

Der Schutz und die Stärkung des Selbstwerts und der Selbstakzeptanz ist, neben der emotionalen Selbstregulation, das zweite wichtige Ziel von PEP.


Es geht dabei nicht um positives Denken oder darum, das Problem klein zu reden. Es geht darum, die eigene Person vor den schädigenden und schwächenden Auswirkungen des Scheiterns zu schützen. Es geht nicht darum, ignorant zu werden im Sinne von „das macht mir gar nichts aus“, sondern darum, auch bei schwierigen Problemen einen Kern der Selbstakzeptanz aufzubauen und zu bewahren, der die Handlungs- und Entscheidungsfreiheit ermöglicht / erhöht.


Diese Haltung lässt sich am besten in ein paar Beispielsätzen zum Ausdruck bringen:

  • Auch wenn ich dieses Problem habe, schätze
    und akzeptiere ich mich so, wie ich bin.
  • Auch wenn ich im Moment keine Lösung für dieses Problem
    habe, liebe und akzeptiere ich mich so, wie ich bin.
  • Auch wenn ich mich darüber ärgere, dass ich keine Lösung habe,
    schätze und akzeptiere ich mich so wie ich bin.
  • Selbst wenn ich vor lauter Ärger im Moment gar nicht weiß, was
    mein Ziel ist, liebe und akzeptier ich mich so wie ich bin.


Die  Selbstakzeptanz löst zwar noch nicht das Problem an sich,

bewahrt uns aber vor einer Haltung, die in die Sackgasse der Selbst- und Fremdanklage führt.
Michael Bohne hat 5 dieser „Sackgassen“ beschrieben, die er als „Big five Lösungsblockaden“ benennt:

 

  1. Selbstanklage
  2. Anklage von Anderen
  3. Erwartungen an Andere
  4. Inneres Schrumpfen (sich klein und inkompetent fühlen)
  5. Parafunktionale Loyalitäten (Verbundenheit im Leid mit Anderen)


Jeder dieser Punkte reicht aus, um persönliche Entwicklung zu verhindern.

Ein wesentlicher Fokus von PEP ist, diese Lösungsblockaden zu erkennen und zu transformieren.
Vom „ich kann nicht weil …“ hin zum „ich werde, obwohl …“ .

 

Die Selbstakzeptanz ist der erste Schritt, in eine Position von Entscheidungsfreiheit und Handlungsfähigkeit zu kommen.

 

Der zweite Schritt ist, das Ziel und die dahinter stehenden Bedürfnisse besser zu verstehen und das Ziel so zu formulieren, dass es Hoffnung und Zuversicht weckt.

Anregungen und Fragen: Info(at)personalentwicklung-stoecker.de


Weitere Informationen über PEP finden Sie: Dr Michel Bohne, Hannover