· 

Teil 3: Loyalität als Basis erfolgreicher Führung

Psychologische Aspekte guter Führung

 

Teil 1: Auswirkungen von Führungsverhalten

 

Teil 2: Führung ist immer auch eine Einladung zum Tausch

 

Teil 3: Loyalität als Basis erfolgreicher Führung

 

Teil 4: Will ich Führungskraft sein?

 

Teil 5: Als Führungskraft Ambivalenzen und Widersprüchen konstruktiv umgehen können.

 

Teil 6: Entscheiden, auch wenn es weh tut

 

Teil 7: Liebe, Respekt und Passung. Der Mensch, das wundersame Wesen

 

 

 

Loyalität als Basis erfolgreicher Führung, ein altmodischer Begriff

 

Ich nutze den Begriff Loyalität als Ausdruck von Verbundenheit. Dazu ein Zitat von Wolfgang Metzger, (Schöpferische Freiheit 1962): „Solange es Strick und Seil braucht, ist nichts wirklich sicher gebunden.“

 

Die Ökonomisierung  unserer Welt durchdringt immer weitere Lebensbereiche. Auf die Frage des Wofür bekommt man häufig einen Betrag genannt. Geld ist die Messgröße für Nutzen geworden. Solange Wert nur in Euro gemessen wird, braucht man über Loyalität nicht zu reden. Sinnvolle Loyalität kann es nur geben in Bezug auf Werte, Ziele und Ideale, denen man sich verbunden fühlen kann und für die man einen Beitrag erbringen will. Geld taugt für Loyalität genauso wenig, wie es zur dauerhaften Motivation taugt.

 

Die Ökonomisierung fördert Austauschbarkeit und Beliebigkeit. Loyalität aber ist Verbundenheit, was natürlich nichts über den Wert des Objekts der Verbundenheit aussagt. Man kann sich mit allem Möglichen loyal verbunden fühlen. Seiner Familie, einem Unternehmen, Einer Marke, einem Livestyle, einer Gruppe, ethischen Werten, Moral oder Gott.

 

Wirksame Führungskräfte müssen sich den Zielen ihrer Organisation, oder besser noch, dem Nutzen der Organisation für die Gesellschaft (die Kunden), verbunden fühlen. Auf der Basis einer solchen Loyalität kann Glaubwürdigkeit gegenüber den Mitarbeitenden entstehen. Will ich als Führungskraft Gefolgschaft, so muss ich zuerst selbst folgen. Ich muss der Leistung folgen, die das Unternehmen für Dritte erbringt.

 

Testfrage: Wäre ich bereit für dieses Unternehmen auch zu arbeiten, wenn es dafür weniger Geld und Ansehen gäbe und ich andere, lukrative Jobangebote hätte? Wenn Die Antwort ein Ja ist, ist dies ein starkes Indiz für eine hohe Loyalität und Bindung an das Unternehmen.

 

Diese Entscheidung qualifiziert einen noch nicht zur Führungskraft, ist aber eine wichtige Voraussetzung, um aus der eigener Loyalität zu dem Unternehmen und seinen Zielen, Kraft zu schöpfen, um glaubwürdig für diese Ziele auch bei den Mitarbeitenden zu werben.

 

Machteinsatz durch Führungskräfte und Unterwerfung als komplementäre Reaktion auf Seite der Mitarbeitenden fördern Zynismus und Resignation, sowohl bei Mitarbeitenden als auch bei Führungskräften. Loyalität und Glaubwürdigkeit werden in zynischen Unternehmen zu einer unglaubwürdigen Inszenierung innerbetrieblicher Kommunikation, die nicht mehr von einer inneren Haltung getragen werden. Jeder weiß es, keiner spricht darüber. Wenn die Entlohnung zum Schmerzensgeld wird, werden die Folgen für Unternehmen und Mitarbeitende gravierend.

 

Loyalität und Engagement ist dann vorhanden, wenn Mitarbeitende und Führungskräfte als Reaktion auf die Frage, wozu Sie einen Beitrag leisten, eine Antwort geben können und diese Antwort mit Haltung und einen Ausdruck von Stolz kommt.

 

Gedanken und Erfahrungen zu unterschiedlichen Aspekten der Themen Psychologie und Führung werden in den nächsten Wochen folgen. Ich hoffe, dass diese Texte für Führungskräfte und Personalverantwortliche eine  inspirierende Bereicherung sind.

 

In diesem Sinne, passen Sie gut auf sich auf

 

Ihr Thomas Stöcker  

 

Diskussion, Anregungen und Fragen an: info@personalentwicklung-stoecker.de