Selbsthilfe in Krisen mit PEP

Vorstellung und Begründung einer Selbsthilfemethode, um Krisen und schwierige Lebenssituationen besser zu bewältigen.

 

PEP was ist das?

 PEP ist eine Abkürzung und steht für Prozess- und Embodiementfokussierte Psychologie. Dr Michael Bohne, Arzt aus Hannover hat bestehende Klopftechniken erweitert und entmystifiziert und arbeitet gemeinsam mit der medizinischen Hochschule Hannover an der Erforschung der Wirkmechanismen von PEP

Die Methode PEP kann nach kurzer Einübung als Selbsthilfemethode zur Selbstberuhigung und Verbesserung der Selbstakzeptanz angewendet werden.

Was ist hier mit Krise gemeint?

Krisen im engeren Sinne sind Situationen, in denen sich die Lebenswelt eines Menschen schlagartig verändert. Dies können die Diagnose einer bedrohlichen Krankheit, ein Unfall, der Verlust von nahestehenden Menschen durch Trennung oder Tod sein.

 Die meisten Menschen erleben eine solche Situation wie einen Schock. Sie haben das Gefühl von Irrealität. "Das kann doch nicht wahr sein, kann doch nur ein böser Traum sein." Gefühle von Trauer, Wut, Ärger, Angst, Verzweiflung und Hilflosigkeit wechseln sich ab.

Die Gedanken rasen, man versucht zu verstehen, sucht nach Erklärungen, findet keine und sucht weiter. Anklage, Selbstvorwürfe und Vorwürfe anderen gegenüber sind eine häufige Folge davon.

 

Das wichtigste in einer solchen Schock-Situation ist, mit dem Schrecken nicht allein zu bleiben, sondern von einem Menschen, mit dem man sich verbunden fühlt, Halt zu bekommen. Leider hat man nicht immer jemanden zur Hand. In einer solchen Situation kann PEP sehr hilfreich sein. Zur Selbstberuhigung und zur Prophylaxe, dass aus dem Schock kein Trauma wird.

Die Selbstberuhigung dient dabei nicht dem „Ungeschehen machen“ oder Gefühle „wegmachen“. Die Übungen wirken bei den meisten Menschen so, dass die berechtigten Gefühle in ihrer Intensität auf ein erträgliches Maß reduziert werden.

 

Die Trauma-prophylaktische Wirkung von bivokal-multisensorischen Verfahren wie man EMDR und PEP auch nennt, wird immer wieder auf bemerkenswerte Weise unterstützt:

Wirkhypothesen: Durch das ständige Umfokussieren der Aufmerksamkeit auf das traumatische oder bedrückende Erlebnis und auf andere wechselnde Stimuli wie Augenbewegungen, Klopfen von Akkupunkturpunkten, Zungenbewegungen usw. wird verhindert, dass das Trauma sich in den neuronalen Netzen unseres Gehirns verfestigt. Eine weitere Hypothese ist, dass sich unter traumatischen Erlebnissen gefestigte Assoziationsmuster durch bivokal-mulisensorische Interventionen wieder lockern lassen.

 

Krise im weiteren Sinn

 

Im weiteren Sinne ist mit Krise eine Lebenssituation gemeint, die sich irgendwie einschleicht und im ungünstigen Fall mit chronischem Stress endet und emotional sehr belastend sein kann.

 

Die Situationen von denen ich hier sprechen möchte, haben oft eines gemeinsam. Es geht um, (Sehnsuchts-)Ziele. Ziele, die man gerne erreichen möchte aber daran scheitert. Diese Ziele können sehr bewusst und absichtsvoll angestrebt werden. Von manchen Zielen werden wir aber auch eher unbewusst angezogen.

 

Sich mit einem Ziel zu verbinden oder sich sogar mit ihm zu identifizieren, ist für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens und gibt ihnen Sinn und Richtung. Problematisch wird eine Bindung an ein Ziel dann, wenn es auch nach mehrmaliger Anstrengung nicht gelingt, es zu erreichen, oder im zumindest näher zu kommen.

Die emotionalen Auswirkungen davon sind in der Regel Ärger, Wut und Enttäuschung. Nach mehrmaligen erfolglosen Versuchen das Ziel zu erreichen, kann es zu Verzweiflung und Resignation kommen.

Den wenigsten Menschen gelingt es, ein Ziel nach mehrmaligem Scheitern einfach hinter sich zu lassen. Das mehrmalige Scheitern führt häufig zu einer Fixierung auf das Hindernis, an dem man gescheitert ist. Das Scheitern wird dem eigenen Unvermögen zugeschrieben und droht damit unseren Selbstwert und unsere Selbstakzeptanz nachhaltig zu schwächen.

Eine scheinbar gute Lösung, den eigenen Selbstwert trotz Scheiterns zu schützen, ist die Anklage. Wenn man jemanden ausmachen kann, den man für das Scheitern verantwortlich machen kann, schützt dies zumindest oberflächlich den Selbstwert, selbst wenn nagende Zweifel bleiben. Eine schleichende Auswirkung dieser Entwicklung ist, dass man sich in die Rolle des Opfers begibt. Aus der Rolle des Opfers sieht man berechtigterweise nur das was die anderen tun. Leider sieht man immer weniger die (vielleicht auch wirklich begrenzten) Gestaltungsmöglichkeiten.

Sich vor diesen negativen emotionalen Auswirkungen von Selbst- und Fremdanklage und dem hineinschlittern in eine Opferrolle zu schützen, dafür bieten sich PEP als Methode an, die auf die Stärkung der Selbstakzeptanz abzielen. Auch wenn die Interventionen dieser Methoden einem auf den ersten Blick seltsam erscheinen mögen, entfalten Sie bei den meisten Menschen eine Tiefenwirkung hin zu mehr Selbstakzeptanz.

 

Zum Abschluss ein Gedankenexperiment:

Angenommen, Sie würden in einer wirklichen schlimmen persönlichen Krise stecken und hätten im Moment noch keine Idee, wie es weitergehen soll.

 

Wie würde es sich auswirken wenn sie:

  • a) sich selbst oder andere dafür anklagen, dass Sie in der Krise sind und nicht herausfinden.
  • b) sich selbst sagen könnten: Auch wenn ich in dieser Krise bin und im Moment noch keinen Weg heraus weiß, schätze und akzeptiere ich mich so wie ich bin.

 

Für weitere Informationen, Anregungen, Fragen: info(at)personalentwicklung-stoecker.de

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